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Weszeli - Sekt- bei Döllerer entdecken -
Döllerer Weinhaus

Weszeli - Sekt


Das Fundament des Weinguts, in dem heute vornehmlich Grüner Veltliner und Riesling gekeltert werden, wurde 1679 gelegt. 2011 übernahm Davis Weszeli das Weingut und verbindet seitdem das alte Familienwissen mit seiner eigenen Philosophie. Er stellt den Weingarten selbst ins Zentrum seiner Arbeit und kultiviert seine 30 ha Weingärten nach biodynamischen Prinzipien.

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„Wir versuchen die Balancen und Rhythmen der Natur zu verstehen und fördern das Ökosystem durch die Anwendung biodynamischer Herangehensweisen.“

Davis Weszeli
Header Weingut Weszeli
Weingut Weszeli Bild 2

Das Fundament des Weinguts, in dem heute vornehmlich Grüner Veltliner und Riesling gekeltert werden, wurde 1679 gelegt. 2011 übernahm Davis Weszeli das Weingut und verbindet seitdem das alte Familienwissen mit seiner eigenen Philosophie. Er stellt den Weingarten selbst ins Zentrum seiner Arbeit und kultiviert seine 30 ha Weingärten nach biodynamischen Prinzipien. Davis ist überzeugt: Bewusste, auf natürlichen Präparaten beruhende Pflege der Reben und Böden, ein profundes Umweltverständnis, die Schaffung biodiverser Weingärten und Handarbeit sowie die Bewirtschaftung mit Pferden ergeben Traubenmaterial in bester Güte.

Winzer Davis Weszeli © Weingut Weszeli
Im Weinkeller Weszeli © Weingut Weszeli
Weingarten im Herbst © Weingut Weszeli

Wir versuchen die Balancen und Rhythmen der Natur zu verstehen und fördern das Ökosystem durch die Anwendung biodynamischer Herangehensweisen.

Davis Weszeli

Interview mit Weszeli - Sekt

Weingut Weszeli Bild 3

1. Biodynamie kann Überzeugung, Methode oder auch Sprache sein. Was ist sie für euch? 

Davis Weszeli: Für uns ist Biodynamie vor allem eine Haltung. Sie erinnert uns jeden Tag daran, dass großer Wein im Weingarten beginnt und nicht im Keller. Wir versuchen, den Weingarten als lebendigen Organismus zu verstehen und ihn in Balance zu halten. Die Biodynamie liefert dafür viele hilfreiche Werkzeuge. Am Ende interessieren uns aber weniger die Methoden als die Ergebnisse: vitale Böden, gesunde Reben und Weine, die ihre Herkunft ehrlich zeigen.

2. Wie verhindert man, dass Biodynamie zum Image wird? 

D. W.: Indem man nicht ständig darüber spricht. Biodynamie ist oft anstrengend, manchmal unbequem und selten der einfachste Weg. Wenn sie nur auf dem Etikett stattfindet, verliert sie ihren Sinn. Für uns muss sie sich im Weingarten und letztlich im Wein zeigen. Der Wein sollte überzeugen – nicht die Geschichte dahinter.

3. Wie viel Persönlichkeit des Winzers darf über der Herkunft liegen? 

D. W.: Natürlich prägt jeder Winzer seine Weine. Das lässt sich gar nicht vermeiden. Aber je länger ich Wein mache, desto mehr interessiert mich die Persönlichkeit einer Lage und desto weniger meine eigene Handschrift. Der Winzer sollte helfen, die Herkunft sichtbar zu machen, nicht sie zu überdecken. Die schönsten Weine sind für mich jene, bei denen man den Ort klar erkennt und den Winzer nur zwischen den Zeilen wahrnimmt.

4. Ihr sprecht fokussiert über Lagen. Wann wird Lage im Wein wirklich schmeckbar? 

D. W.: Wenn das Profil einer Lage über viele Jahre hinweg wiedererkennbar bleibt. Erst über mehrere Jahrgänge hinweg erkennt man, was tatsächlich vom Ort kommt und was lediglich Ausdruck eines bestimmten Jahres ist. Eine große Lage besitzt eine eigene Persönlichkeit, die sich trotz unterschiedlicher Witterungsverläufe immer wieder zeigt. Diese Herkunft äußert sich oft weniger in der Lautstärke als vielmehr in Textur, Spannung, Mineralität und Aromatik.

5. Kamptal steht oft für Präzision. Wann wird Präzision zu kühl? 

D. W.: Wenn sie zum Selbstzweck wird. Ein Wein darf präzise sein, aber er sollte dabei nicht seine Seele verlieren. Für mich gehören zu einem guten Wein immer auch Charme, Lebendigkeit und Trinkfreude. Die spannendsten Weine sind jene, die präzise und lebendig wirken, ohne technisch zu erscheinen.

6. Was ist euch wichtiger: Klarheit oder Tiefe?

D. W.: Wenn ich mich entscheiden müsste, dann Tiefe. Klarheit erkennt man oft schon in der Jugend eines Weines. Tiefe entsteht meist erst mit der Zeit. Genau deshalb beschäftigen wir uns so intensiv mit dem Thema Reife. Viele Weine erzählen ihre spannendste Geschichte nicht nach einem Jahr, sondern nach fünf, zehn oder mehr Jahren. Gleichzeitig braucht Tiefe immer auch Klarheit, sonst wird sie beliebig.

7. Welche Rolle spielt Textur in euren Weinen? 

D. W.: Eine sehr große. Über Aromen wird viel gesprochen, aber oft entscheidet die Textur darüber, ob ein Wein in Erinnerung bleibt. Gerade durch die Reife verändert sich die Haptik eines Weines enorm. Struktur, Spannung und Eleganz wachsen zusammen. Das ist ein wesentlicher Teil dessen, was wir als die „Hohe Kunst der Trinkreife“ verstehen.

8. Grüner Veltliner und Riesling werden oft nebeneinander erklärt. Worin unterscheiden sie sich eure am meisten? D. W.: Riesling erzählt bei uns meist die Geschichte des Ortes etwas direkter und präziser. Grüner Veltliner bringt oft mehr Würze, mehr Textur und manchmal auch etwas mehr Gelassenheit mit. Riesling zeichnet die Konturen, Grüner Veltliner füllt das Bild aus. Beide spiegeln Herkunft wider, aber jeder spricht seine eigene Sprache.

9. Was muss ein Wein können, um nach 10 Jahren noch relevant zu sein? 

D. W.: Er muss mehr besitzen als Frucht. Frucht ist wichtig, aber sie allein trägt keinen Wein über zehn Jahre. Ein Wein braucht Struktur, Balance und eine gewisse innere Spannung. Vor allem aber muss er die Fähigkeit haben, sich weiterzuentwickeln. Wenn man eine Flasche nach zehn Jahren öffnet und immer noch Neues entdeckt, dann hat der Wein seine Relevanz bewahrt.

10. Wird Wein zu jung bewertet?

D. W.: Ja, das glaube ich schon. Viele Weine werden heute in einer Phase beurteilt, in der sie eigentlich noch gar nicht angekommen sind. Gerade Herkunftsweine brauchen Zeit, um ihre Komplexität und Harmonie zu entwickeln. Wir erleben regelmäßig, dass Weine nach fünf oder zehn Jahren deutlich interessanter sind als in ihrer Jugend. Aus dieser Überzeugung heraus bringen wir unsere Lagenweine frühestens nach fünf Jahren Kellerreife auf den Markt. Nicht weil jeder Wein reifen muss, sondern weil wir überzeugt sind, dass große Weine erst dann zeigen, was wirklich in ihnen steckt.