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Weingut Dockner Tom- bei Döllerer entdecken -
Döllerer Weinhaus

Weingut Dockner Tom


Seit 1912 besteht das Familienweingut in Theyern, das heute von Tom Dockner in vierter Generation geführt wird. Grundlage seines Schaffens ist die einzigartige Geologie des Traisentals. Das Zauberwort heißt Konglomerat.

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Heuer feiern wir 110 Jahre Weingut Dockner. Wie immer, denken wir dabei stets an die Zukunft. Darum werden wir 2022 unsere ältesten Parzellen am Ried Hochschopf erneuern. Tom Dockner

Header Weingut Tom Dockner
Weingut Tom Dockner Bild 2

Seit 1912 besteht das Familienweingut in Theyern, das heute von Tom Dockner in vierter Generation geführt wird. Grundlage seines Schaffens ist die einzigartige Geologie des Traisentals. Das Zauberwort heißt Konglomerat. Dieses Kalkgestein spiegelt sich in den eleganten und mineralischen Weinen wider. Weder opulent noch reduktiv – so kann man die Weine von Tom am besten beschreiben.

Tom & Silke Dockner © Helge Woell
Weingut Tom Dockner in Traisental © Weingut Dockner Tom
Tom Dockners Weinkeller © Weingut Dockner Tom

Heuer feiern wir 110 Jahre Weingut Dockner. Wie immer, denken wir dabei stets an die Zukunft. Darum werden wir 2022 unsere ältesten Parzellen am Ried Hochschopf erneuern.

Tom Dockner

Interview mit Weingut Dockner Tom

Weingut Tom Dockner Bild 3

1. Das Traisental steht oft neben Wachau, Kremstal und Kamptal. Muss man lauter werden, um wahrgenommen zu werden oder klarer?

Tom Dockner: Ich denke, das Traisental, das erst seit 1995 als eigenständiges Weinbaugebiet anerkannt ist, hat sich in kurzer Zeit sehr klar positioniert. Gleichzeitig blickt die Region auf eine über 2.000-jährige Weinbautradition zurück. Geprägt von kalkreichen Böden und einem kühlen Klima, entwickelt das Traisental heute eine unverwechselbare Herkunftsgeschichte, die sich zunehmend im Charakter seiner Weine widerspiegelt. Und Ja: Wir sollten lauter werden.

2. Das Traisental ist klein, aber sehr präzise. Ist diese Größe für euch ein Vorteil?

T. D.: Ja und nein. Die überschaubare Größe des Traisentals ist für uns ein Vorteil, wenn es um Herkunft, Qualität und Zusammenarbeit geht. Die Winzerinnen und Winzer kennen einander, sind innovativ und ziehen gemeinsam an einem Strang. Dadurch lässt sich eine klare regionale Identität entwickeln und vermitteln. Gleichzeitig bringt die geringe Größe auch Herausforderungen mit sich. Im Vergleich zu größeren Weinbaugebieten sind deutlich weniger Flaschen und Betriebe am Markt, wodurch auch die Sichtbarkeit und Reichweite geringer sind. Werbetechnisch ist es daher schwieriger wahrgenommen zu werden.

3. Das Weingut Dockner bewegt sich zwischen Tradition und sehr klarer, moderner Positionierung. Wo beginnt für dich echter Fortschritt?

T. D.: Echter Fortschritt beginnt für mich dort, wo man Tradition versteht und gleichzeitig den Mut hat, Dinge weiterzuentwickeln. Es geht nicht darum, Bewährtes zu ersetzen, sondern es mit neuen Ideen zu ergänzen. Im Weinbau bedeutet das, die Herkunft und die Arbeit vergangener Generationen zu respektieren und gleichzeitig offen für Innovationen in Weinberg, Keller und Vermarktung zu sein. Fortschritt ist für mich dann gelungen, wenn er die Qualität verbessert, die Produktion nachhaltiger macht und den Charakter unserer Weine noch klarer zum Ausdruck bringt.

4. Welche Entscheidung im Weingut hat euren Stil am stärksten verändert?

T. D.: Für uns war der Schritt zu Bio und ein bewusster Umgang mit unseren Ressourcen die wichtigste Entscheidung. So können wir die Natur und die Gesundheit unserer Böden für die nächste Generation bewahren und Weine erzeugen, die unsere Herkunft authentisch widerspiegeln.

5. Was bedeutet biologische Bewirtschaftung für dich konkret, jenseits des Zertifikats?

T. D.: Bio bedeutet für mich Respekt vor dem Boden, der Natur und den Menschen. Wir wollen gesunde und vitale Reben kultivieren, natürliche Kreisläufe fördern und verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen umgehen. Denn nur ein gesunder Boden schafft die Grundlage für gute Weine und kommende Generationen.

6. Grüner Veltliner und Riesling können im Traisental sehr fokussiert wirken. Wie viel Reduktion verträgt ein Wein, bevor ihm Emotion fehlt?

T. D.: Ein idealer Herkunftswein soll für mich fokussiert und präzise sein, einen festen Kern haben und eine mineralische Eleganz ausstrahlen. Und wenn ein Wein derart im Glas strahlt und seine Herkunft klar zeigt, dann verliert er auch nicht seine Emotion.

7. Viele Betriebe sprechen heute von Präzision. Was heißt Präzision im Glas für dich wirklich?

T. D.: Präzision bedeutet für mich, dass ein Wein klar zeigt, woher er kommt und was ihn ausmacht. Jede Komponente soll ihren Platz haben – Frucht, Säure, Mineralität und Struktur. Ein präziser Wein wirkt nicht laut, sondern klar, ausgewogen und authentisch.

8. Ab wann ist ein Wein für dich technisch zu korrekt und nicht mehr berührend?

T. D.: Ein Wein darf Ecken und Kanten haben, denn genau diese machen ihn spannend und geben ihm Entwicklungspotenzial. Zu viel technische Perfektion kann auf Kosten von Charakter und Emotion gehen.

9. Wie wichtig ist es, dass ein Wein sofort trinkfreudig ist und wann darf er Widerstand leisten?

T. D.: Die Trinkfreudigkeit sollte ein Wein für mich nie verlieren. Weine, die früh auf den Markt kommen, sollten auch früh zugänglich und trinkreif sein. Bei Orts- und Riedenweinen darf in der Jugend jedoch durchaus etwas Widerstand spürbar sein. Mit zunehmender Reife entwickeln sie mehr Tiefe, Harmonie und Finesse. Genau das macht ihre Entwicklung so spannend.

10. Was soll die nächste Generation über Tom Dockner sagen können?

T. D.: Ich würde mich freuen, wenn die nächste Generation über uns sagen kann, dass wir das Weingut mit Respekt vor der Natur, unserer Herkunft und den Menschen geführt haben. Dass wir charaktervolle, langlebige Weine erzeugt, nachhaltig gewirtschaftet und den Betrieb mit Weitblick weiterentwickelt haben. Vor allem aber, dass wir dabei stets unseren Wurzeln treu geblieben sind und das, was uns anvertraut wurde, in einem guten Zustand an die nächste Generation weitergegeben haben.