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Weinhandelshaus Döllerer Willkommen in unserem neuen Online-Shop

Weingut Wohlmuth

Sammlung: Weingut Wohlmuth

Seit 1803 steht das Weingut von Familie Wohlmuth für kompromisslosen Steillagenweinbau im Sausal. Extreme Hanglagen auf uraltem phyllitischem Schiefer sowie das Zusammenspiel alpiner Kühle und mediterraner Wärme prägen Herkunft und Stil ihrer Weine, welche, geprägt von ihrer Mineralität, Eleganz und Vielschichtigkeit, das Sausal unverfälscht erlebbar machen. Mit einer großen Leidenschaft für Riesling bewirtschaftet die Familie ihre Weingärten mit Konsequenz, intensiver Handarbeit und Mut zur Irrationalität. Bei ihrer Arbeit stehen die Verantwortung für kommende Generationen und die Region stets im Mittelpunkt.

Wir haben die Neigung, Steilheit steil zu finden.

Familie Wohlmuth



WINZER-IM-FOKUS-INTERVIEW

1. Die Lage Kitzeck zu bestellen, verlangt einem körperlich extrem viel ab. Wird dieser Aufwand von den Genießern eurer Weine überhaupt richtig verstanden? 

Familie Wohlmuth: Wir sind froh, dass genügend Genießer die Besonderheiten dieser Rieden und die daraus hervorgehenden Weinen so schätzen, dass wir diese historischen Extremsteillagen langfristig erhalten und bewirtschaften können. 
Was vielleicht vielen Genießern nicht bewusst ist, ist, dass auch die Trauben für unsere Gebietsweine rein aus Steillagen kommen und hier die Produktionskosten gegenüber von flacheren Lagen wesentlich höher sind. Diese historischen Steillagen bringen aber Jahr für Jahr einzigartige Trauben hervor, die die Besonderheiten des Sausals in sich tragen.


2. In extremen Lagen gibt es wenig Kompromiss. Macht das die Weine klarer?

Fam. W.: Der Ansatz in diesen Steillagen muss immer die höchstmögliche Qualität sein – da alles andere keinen Sinn macht. In dieser Hinsicht ist der Blick auf das Wesentliche klarer. Bereits bei der Neuanlage und bei der Auswahl der Rebsorte steht die höchstmögliche Qualität im Fokus, um der Herkunft gerecht zu werden.


3. Was ist schwieriger, die Natur zu bändigen oder ihr genug Freiheit zu lassen? 

Fam. W.: Mit der Natur zu arbeiten, heißt auch auf sie zu vertrauen, aber in manchen Jahren stellt sie uns schon die eine oder andere knifflige Aufgabe ... Weinbauer zu sein, heißt vorausschauend zu denken und, falls die Natur uns noch Zusatzaufgaben gibt, schnell zu reagieren. Es ist eben ein Spiel aus Agieren und Reagieren. Was die Natur kann, ist am Ende des Jahres Trauben zu produzieren, die für den jeweiligen Jahrgang perfekt sind. In kühlen Jahren hast du mehr Säure, in warmen Jahren mehr Extrakt – hier heißt es dies so anzunehmen, da die Natur uns immer die bestmögliche Qualität schenkt.


4. Wenn international über die Südsteiermark gesprochen wird, steht eurer Meinung nach der Sauvignon Blanc manchmal noch zu stark im Fokus? 

Fam. W.: Mit dem Sauvignon Blanc haben einige steirische Weingüter in den letzten fünf bis zehn Jahren die Steiermark am internationalen Markt sehr gut positioniert, da sie mit ihrem kühlen Mikroklima und ihrem herkunftsbetonten mineralischen Stil auch am Puls der Zeit ist. Daneben entdecken Sommeliers aus verschiedensten Ländern auch andere Spezialitäten wie Gelber Muskateller, Morillon oder bei uns – im Besonderen – den Riesling. Was alle Weine eint, ist eine natürliche Vitalität, ein Spannungsspiel aus Kühle und Wärme und eine große Lagerfähigkeit. Steirische Weine sind große Speisenbegleiter und deshalb speziell in der Sommelier-Szene sehr beliebt. Die Südsteiermark und speziell das Sausal hat eine unglaubliche Diversität in Fauna und Flora und diese setzt sich auch in verschiedenen traditionellen Rebsorten fort. Jede einzelne Rebsorte auf jeder einzelnen Riede liegt uns am Herzen und trägt 100% unserer Passion in sich.


5. Sauvignon Blanc aus der Südsteiermark kann laut sein. Wie schafft ihr es Spannung ohne Lautstärke in den Wein zu bringen?

Fam. W.: Sauvignon Blanc ist wohl eine der schwierigsten Rebsorten. Sie kann schnell ins Eindimensionale abgleiten, weil sie weltweit verbreitet ist und so auch in vielen Gegenden steht, wo sie eigentlich nicht hingehört. Die Rebsorte zeigt knallhart auf, wenn das Klima, der Boden oder einfach der Weinbauer nicht passt. Hier in der Südsteiermark und speziell im Sausal haben wir ein sehr kühles Mikroklima, wodurch die Sauvignon-Blanc-Trauben lange am Stock reifen können und so physiologisch komplett reif werden. Denn speziell in zu warmen Klimazonen, wo die Zuckerreife zu schnell einhergeht, hat man trotz hohem Alkohol physiologisch unreife Trauben. In diesem Fall kann Sauvignon Blanc dann extrem „laut“ und für unseren Geschmack eher eindimensional und schwierig werden. Hier in der Südsteiermark aber ernten wir vollreife Trauben, die lange am Stock waren. Dann gedeiht die Rebsorte zu ihrer großen Klasse und zeigt, dass sie eine der stärksten Terroir-Rebsorten der Welt ist.


6. Wann beginnt für euch Größe im Wein?

Fam. W.: Wenn er uns berührt – meist ist es eine Spannung im Wein, die einen packt, es sind meist die feinen Zwischentöne, die einen Wein zur Größe verhelfen.


7. Wie wichtig ist Säurequalität für die Größe eurer Weine? 

Fam. W.: Säure alleine macht natürlich keinen Wein. Das Sausal hat durch sein kühleres Mikroklima und den kargen Schieferboden natürlich von Natur aus eine etwas höhere Säure und einen niedrigeren PH-Wert – was im Zusammenspiel mit einer langen Vegetationsdauer und einer damit einhergehenden perfekten physiologischen Reife für die Qualität unserer Weine verantwortlich ist. 


8. Wann ist Aromatik Ausdruck von Herkunft und wann wird sie zum Effekt? 

Fam. W.: Sobald Nase und Gaumen nicht in Harmonie sind oder es einfach zu schreiend kitschig wird, ist der Wein eher auf Effekt aufgebaut. Aber natürlich fördern hohe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht die Aromen und speziell die kühleren Lagen haben sehr viel Ausdruck und Würze – aber alles immer in feinen und vielschichtigen Tönen. Für uns gilt: Gotik vor Barock – dann macht Aromatik auch Spaß.


9. Welche Rolle spielt Reife bei euren Weinen, gerade bei Sorten, die oft jung getrunken werden? 

Fam. W.: Prinzipiell berühren große Weine in jeder Phase ihrer Entwicklung, wenngleich wir bei unseren Top-Lagen schon empfehlen ein paar Jahre zu warten, da sie dann ihre volle Komplexität zeigen. Die Weine bekommen mit der Zeit eine größere Harmonie, werden würziger und vielschichtiger. Mit mehr Reife ergänzen Töne von Mandarine und Safran das Aromen-Spektrum – was eine Typizität unseres Schiefers ist. Bei Sauvignon Blanc und Riesling weiß man, dass sie großartig reifen, aber auch Gelber Muskateller ist eine großartig lagerfähige Rebsorte!


10. Muss ein großer südsteirischer Wein schlank sein, um präzise zu wirken?

Fam. W.: Ein großer steirischer Wein trägt immer ein Spannungsspiel aus Kühle und Wärme in sich, ist vielschichtig und niemals opulent. Er zieht dich in einen Bann und spiegelt die gesamte Dimension seiner Herkunft wider.